|
In
die bauliche Entwicklung des Prager Loreto griff in der
ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine bedeutende
Architektenfamilie ein - die Dientzenhofer. Der ältere
Christoph begann den zweiphasigen Umbau der Kirche und
entwarf die Westfassade des gesamten Komplexes, die nach
seinem Tod im Jahre 1722 sein Sohn Kilian Ignaz (der
auch der Autor der Terrasse mit den Balustraden vor der
Fassade ist) mit geringen Veränderungen fertigstellte.
Christophs unehelicher Sohn J. G. Aichbauer beendete
1735 den abschließenden Umbau der Kirche, den (ebenso
wie das meiste der Innenausstattung) Maria Margarete Gräfin
Waldstein geb. Czernin von Chudenice finanzierte.
Die Weihe erfolgte am 7.6.1737, aber die Arbeiten im Inneren gingen bis
Ende 1738 weiter. Den
Hauptaltar
zieren eine angebliche Replik eines Renaissancegemäldes
(evtl. aus dem Umkreis F. Lippis) der Anbetung Jesu in
einem getriebenen Rocaillerahmen sowie Statuen des hl.
Josefs und hl. Joachims, Gottvaters und Engel von M. Schönherr
(1701-1743). Im Chor befinden sich zwei dem hl.
Felicissimus und der hl. Marcia geweihte Seitenaltäre
mit großen Reliquiarvitrinen.
Die einander gegenüberliegenden Seitenaltäre im Schiff tragen
erstklassige Rokokogemälde der hl. Apolena und hl.
Agatha von der Hand A. Kerns (1709-1747), die seitlich
von Engelspaaren Richard Prachners von ebenfalls hoher
Qualität ergänzt werden.
Die ursprüngliche Orgel
des Meisters L. Spiegel, 1718 angeschafft auf Kosten von
Eleonore Karoline Gräfin von Lobkowicz, wurde in den
Jahren 1734-38 durch ein neues Instrument der Meister F.
Katzer und K. Weltzer aus Králíky (Grulich) ersetzt.
Die Fresken der Geburt des Herrn und der Anbetung durch die Heiligen Drei Könige
sind Werke J. A. Schöpfls (1702-1772) und erreichen
nicht das Niveau des Gemäldes im dritten Gewölbefeld
über dem Chor mit der Szene der Darbringung Jesu im
Tempel von V. V. Reiner (1698-1743).
>>>>NEU<<<<
VIRTUELL
RUNDGANG - CHRIST-GEBURT-KIRCHE
|